Ich möchte in meinem Text von der dritten Definition von Cyborg ausgehen, dem Androiden.
Das Tamagotchi wurde jedoch recht schnell von entwickelteren Formen der elektronischen Tieren abgelöst. Sie erhielten eine Form, eine eigene Lebensentwicklung, einen ganz eigenen Charakter, eingestellt vom Besitzer, natürlich abgestimmt auf ihn selbst. Und somit springen flauschige kleine Hunde und Kätzchen über die Bildschirme vieler Kinder, machen keinen Dreck, keinen Lärm und sind damit recht artig und unglaublich pflegeleicht. Und dann ist es soweit: Das elektronische Tier wird als Roboter direkt in die Lebenswelt des Menschen gebracht, allerdings anders als die natürlichen Vorbilder ohne Futterkosten und ohne das ständig lästige Gassigehen. In Japan, im Land der wilden Technologien, ist der Roboter Hund Aibo kein Kinderspielzeug mehr. Sony, Entwickler des Hundes, hat eine ganz neue Zielgruppe entdeckt: Man möchte vor allem den alten Leuten eine Beschäftigung bieten. Da der Platz in Japans engen Wohnungen zu gering ist und man die alten Menschen auch nicht überfordern möchte, ist es doch ganz gut, dass Aibo nicht allzu groß und außerdem per Kopfdruck abzustellen ist.
Dieses elektronische Haustier ist wahrscheinlich noch für uns nachvollziehbar, gerade weil es (zum Glück!) noch sehr robotermäßig aussieht. Hier möchte man nichts vertuschen.
Anders ist es bei den Real Dolls. Eine Roboter Idee, die sich vor allem wieder mal in Japan durchsetzt. Hierbei handelt es sich um den idealen Sex- Partner, wobei es wohl mittlerweile einige Männer gibt, die bereits eine Real Doll als Lebens- Partner schätzen gelernt haben. Es ist eine aus Silikon und ganz nach den Wünschen des Kunden gefertigte Puppe, die auf den ersten Blick verblüffent echt aussieht. Die primitive Form kann einfache Bewegungen durchführen, die wohl für ihre Berufung als Sex-Doll recht nützlich sind. Die entwickelteren Formen können bereits körperliche Reaktionen nachahmen, zB erwärmt sich ihre "Haut" und verschnellert sich ihr "Herzschlag" bei Erregung. Willig, niemals launisch oder gar eifersüchtig ersetzt dieser Roboter den Menschen zumindest beim Liebesspiel vollkommen. Der Kunde kann sich im Katalog die einzelnen Körperpartien zusammenstellen und bekommt den idealen Partner ab ca. 7000 Euro zugesandt. Oder aber er besucht einfach eines der Bordelle in Japan, in denen keine Menschen mehr ihren Körper anbieten, sondern deren Nachahmung. Für nur 100 Euro die Stunde. Schade dabei ist nur, dass es diese Sex Dolls anscheinend nur als Frau gibt.Wer einen Mann bevorzugt, wird sich wohl noch etwas Gedulden müssen...
"<>, sagte Rachael. Er stieg ins Bett. Danach genossen sie echten Luxus..." (Philip K. Dick, 2002. Blade Runner. Wilhelm Heyne Verlag, München. S, 216.)... "... wenn ich dich rechtmäßig heiraten könnte, würde ich es tun." (S. 218)
Links und Quellen: http://de.divertis.com/video/video15509_Die_Sex_Roboter
http://www.20min.ch/news/wissen/story/23182623
Interessant ist dazu wohl auch: Love and sex with Robots: The Evolution of Human-Robot Relationships, von David Levy
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