Samstag, 23. Mai 2009
Donna Haraway
Im Zusammenhang mit meinen Recherchen zum Thema Cyborg bin ich auf Cyborg-Feminismus gestoßen, ein Begriff der durch Donna Haraway geprägt wurde. In ihrem Cyborg Manifest, das bereits in den 80er Jahren veröffentlicht, wurde beschäftigt sie sich mit dem Diskurs der Neuen Medien im sozialen und philosophischen Sinne und setzt sich auf analytische Weise mit der Hybridisierung von Mensch und Maschine, von der Welt des Organismus zur Maschinenwelt auseinander. Dabei will sie die Verwischung der Grenzen von Mensch/Tier, Organismus/Maschine und Physikalischem/Nichtphysikalischem aufzeigen. Haraway bezeichnet die moderne Maschinerie als respektlosen, göttlichen Emporkömmling, der die Allgegenwart des göttlichen Vaters nachäfft. Cyborgs (für Haraway Hybride aus Maschine und Organismus) sind ihrer Meinung nach überzeugte Anhänger von Ironie, Intimität und Perversität, zudem oppositionell, utopisch und ohne jede Unschuld. Es kommt außerdem zu einer neuen Definition von Natur und Kultur, da Cyborgs eine technologische Polis bestimmen, „die zum großen Teil auf einer Revolution der sozialen Beziehungen im Haushalt beruht“. In ihrem Manifest gibt sie zudem einen Blick auf die bestehenden Herrschaftsverhältnisse und kritisiert in diesem Zusammenhang die „Textualisierung“ von allem und jedem durch postmoderne Theorien, die dabei keine Rücksicht auf soziale Beziehungen und Verhältnisse nimmt. Haraway will weiterhin auf eine Herrschaft der Informatik aufmerksam machen, da ihrer Meinung nach das „Cyborguniversum dem Planeten ein endgültiges Koordinatensystem der Kontrolle“ aufzwingen könnte. Aus ihrem feministischen Standpunkt heraus heißt das für sie die restlose Aneignung der Körper der Frauen in einer männlichen Orgie des Krieges. Dennoch bietet der Cyborg für sie auch die Chance, sich und die Beziehung zu Mensch, Tier und Maschine neu zu definieren. Man soll Verantwortung für die bestehenden sozialen Beziehungen übernehmen, die sich durch die Technologieverhältnisse strukturiert haben. Haraway zeigt weiterhin auf, dass es zu Mensch/Maschine Synthesen kommt, die eine eigene, vollkommen neue Identität bilden. Außerdem wirft sie einen Blick auf die realen Verhältnisse , selbst wenn dies als ein schwieriges Unterfangen zu vermerken ist, da die Grenzen immer mehr verschwimmen. Die Technokultur nimmt sie also als bestehende Realität an. Durch die Einbindung des Menschen in die Maschinerie verändert sich zudem ihrer Meinung nach nicht nur die Welt der Wahrnehmung, sondern auch die Welt der Empfindungen. Haraway spricht der Cyborgisierung aber auch Chancen der Emanzipation zu, da Cyborgs in keine Kategorie einzuordnen sind. Im Grunde sind sie weder männlich noch weiblich, somit kann man in Bezug auf den Menschen den Diskurs eröffnen, dass es kein streng weibliches und männliches Verhalten gebe. Geschlechtrollen sind für Haraway schlichtweg konstruiert. Somit kann man abschließend sagen, dass durch Cyborgs die „Reformulierung von Körper und Selbst in Begriffen der Informatik“ auch neue Chancen der Kontrolle und Verwertung eröffnet.
„Jedes beliebige Objekt und jede Person kann auf angemessene Weise unter der Perspektive von Zerlegung und Rekombination betrachtet werden, keine ‚natürlichen‘ Architekturen beschränken die mögliche Gestaltung des Systems“
http://www.hermeneia.ch/cyborgmanifesto.pdf
http://ezines.onb.ac.at:8080/ejournal/pub/ejour-97-II/forum/harbook.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Cyborgs
Montag, 18. Mai 2009
Mittwoch, 13. Mai 2009
Das pflegeleichte Haustier- und der pflegeleichte Liebhaber
Samstag, 9. Mai 2009
PATRICK MILLARD- Cyborg Fotographie


Montag, 4. Mai 2009
2002-Scientists test first human cyborg KEVIN WARWICK
"OXFORD, England -- A British university professor has been fitted with cyborg technology enabling his nervous system to be linked to a computer.
The ground-breaking surgery on Professor Kevin Warwick effectively makes him the world's first cyborg -- part human, part machine.
Although a long way from fictional characters The Terminator or the Six Million Dollar Man, it is hoped that readings will be taken from the implant in his arm of electrical impulses coursing through his nerves.
These signals, encoding movements like wiggling fingers and feelings like shock and pain, will be transmitted to a computer and recorded for the first time.
Similar experiments have previously only ever been carried out on cats and monkeys in the United States.
Surgeons implanted a silicon square about 3mm wide into an incision in Warwick's left wrist and attached its 100 electrodes, each as thin as a hair, into the median nerve.
Connecting wires were fed under the skin of the forearm and out from a skin puncture and the wounds were sewn up.
The wires will be linked to a transmitter/receiver device to relay nerve messages to a computer by radio signal." (http://archives.cnn.com/2002/TECH/science/03/22/human.cyborg, 4.5.2009)
Kevin Warwick ist Professor für Kybernetik an der University of Reading in Großbrittannien.
Mit seinem "Project Cyborg" erregte er international Aufsehen. Er beschäftigt sich vorallem mit der Schnittschnelle von Nervensystemen und Computern.
Für ihn ist der Schritt vom Mensch zum Cyborg der nächste in der Evolution. Sobald Mensch und Computer verbunden wären, könnten sie neue, aussergewöhnliche Fähigkeiten entwickeln. Diese seien nötig um in Zukunft gegen intelligente Maschinen antreten zu können.
Er selbst sagt: "There´s no way i want to stay a mere human".
Für weitere Infos zu Kevin Warwick: http://www.kevinwarwick.com
Samstag, 2. Mai 2009
Definition Cyborg
Auch wenn Wikipedia -wie wir alle wissen- nicht die verlässlichste und wissenschaftlichste Quelle ist, die es gibt will ich fürs erste doch die sehr allgemeine Definiton von wikipedia.de zitieren:
"Der Begriff Cyborg (eingedeutscht auch Kyborg) bezeichnet ein Mischwesen aus lebendigem Organismus und Maschine. Zumeist werden damit Menschen beschrieben, deren Körper dauerhaft durch künstliche Bauteile ergänzt werden. Der Name ist ein Akronym und leitet sich vom englischen cybernetic organism, (dt.: "kybernetischer Organismus") ab. Da Cyborgs technisch veränderte biologische Lebensformen sind, zählen sie nicht zu den Robotern und sollten auch nicht mit deren Untergruppe, den Androiden verwechselt werden." (wikipedia.de)
Dazu Katherine Hayles:
"Cyborgs actually do exist; about 10% of the current U.S. population are estimated to be cyborgs in the technical sense, including people with electronic pacemakers, artificial joints, drug implant systems, implanted corneal lenses, and artificial skin. A much higher percentage participates in occupations that make them into metaphoric cyborgs, including the computer keyboarder joined in a cybernetic circuit with the screen, the neurosurgeon guided by fiber optic microscopy during an operation, and the teen gameplayer in the local videogame arcarde. "Terminal identity" Scott Bukatman has named this condition, calling it an "unmistakably doubled articulation" that signals the end of traditional concepts of identity even as it points toward the cybernetic loop that generates a new kind of subjectivity."
Diese Cyborg-Definition hat einen soziokulturellen Ansatz:
"The cyborg is a cybernetic organism, a fusion of the organic and the technical forged in particular, historical, cultural practices. Cyborgs are not about the Machine and the Human, as if such Things and Subjects universally existed. Instead, cyborgs are about specific historical machines and people in interaction that often turns out to be painfully counterintuitive for the analyst of technoscience."
Der Wikipedia-Definintion nach wären die künstlichen Menschen in Blade Runner keine Cyborgs, sondern Androiden. Allerdings muss zwischen Definitionen des Cyborgs in der realen und fiktiven Welt unterschieden werden. Ein fiktiver Cyborg kann sehr wohl eine reine Maschine sein, die organische Elemente aufweist. Die "replicants" in Blade Runner haben menschliche Körper mit Organen und eine maschinelle, überdurchschnittlich analytische Fähigkeit zum intelligenten Denken und Handeln aber keine Fähigkeit zur Empathie.
"Fictional cyborgs are portrayed as a synthesis of organic and synthetic parts, and frequently pose the question of difference between human and machine as one concerned with morality, free will, and empathy." (wikipedia.org)
Darauf bin ich bei meinen Recherchen noch gestossen:
1)http://www.cyberartsweb.org
Hier gibt es viele Informationen zum Thema Cyborg, auch in Verbindung mit Bladerunner, Cyberpunk.
2)http://headlesschicken.ca/cyborgblog/
Ein Blog, der sehr interessante, aktuelle Themen, wie zum Beispiel das der"Designerbabys" zur Sprache bringt.
Quellen:
cyborg
http://www.cyberartsweb.org/cpace/cyborg/haraway/definition.html, 1.5.2009
wikipedia.de